





Trefft euch in einem ruhigen Café, Geräte kommen in die Mitte in eine Tasche. Für die erste Viertelstunde wird nicht gesprochen, nur beobachtet: Geräusche, Gerüche, die Körperhaltung. Danach teilt jede Person zwei Wahrnehmungen. Dieser bewusste Auftakt entzieht der ständigen Beschallung den Treibstoff. Es folgen zehn Minuten Gespräch über etwas Nicht-Nützliches, nur Schönes oder Kurioses. Am Ende eine kurze Reflexion: Was hat die stille Phase verändert?
Erstellt eine kleine Gruppe, nicht für ständiges Chatten, sondern für kurze Offline-Reports: ein Häkchen, ein Foto von geschlossener Hülle, ein Satz zur Stimmung danach. Vereinbart stille Zeiten und klare Grenzen, damit das Mittel nicht zum neuen Stressor wird. Feiert besonders müde Tage, an denen es trotzdem klappte. Diese soziale Bestätigung macht Abstinenz spürbar wertvoller, ohne moralische Keule oder Zahlengläubigkeit.
Rückfälle gehören dazu. Entwickelt sanfte Stopps: dreimal tief atmen, Bildschirm ablegen, ein Glas Wasser trinken, kurz in den Himmel schauen, dann entscheiden. Teilt eure Lieblingsstopps in der Gruppe. Humor hilft: eine alberne Code-Phrase kann Ausstiege erleichtern. Wichtig ist, gemeinsam zu normalisieren, dass Selbstregulation übt und wächst. So entsteht eine fürsorgliche Kultur, die Wiederaufnahme erleichtert statt beschämt.
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